Much Better, Thank You ;-) sind die Songschreiber Heidi (Gesang, Violine, Bass) und Jens Engel (Gitarren, Bass), Gitarrist Michael Posch, Bassist Alexander Piecha und Drummer Kai Franke. Gemeinsam mit einigen Gästen haben sie für ihr Debütalbum 13 überraschend alternative Rocksongs aufgenommen.
In der Originalbesetzung mit Jens an der E-Gitarre und Michael an der Akustikgitarre eröffnen sie den musikalischen Reigen mit „King T“, ein rhythmisch verträumter Song mit kraftvollem Gesang und markigen Riffs. Der Traum ist in der Poesie Heidis, die die meisten Texte schrieb, ein immer wiederkehrender Begleiter, so auch bei der melodiösen Rockballade „Living in the desert“ (of downtown New York), Heidi spielt den Bass und Robert Riebau übernimmt die Drum Sticks und bei „Fire in the backyard“, das die Stimmung eines Alptraums widerspiegelt, spielt Robert Bass und Drums. Einen Alptraum erleben viele Menschen, die auf der Flucht sind, Heidi schrieb das Wiegenlied „Lullaby“ für Flüchtlingskinder, Franko Frankenberg gastiert an den Drums, und Jens verlangt bei „Concrete memories“ mehr Respekt und Solidarität. Heidis rockiger Walzer „Neighbours“ erzählt vom Zusammentreffen eines Soldaten mit einer Friedensaktivistin.
Ein außergewöhnliches und gut gelungenes Debütalbum der niedersächsischen Band, wunderschöne aussagekräftige Poesie trifft auf Alternativ Rock.
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Adolf „gorhand“ Goriup


Mit einer Stimme wie Hazel O’Connor ein Folkalbum aufnehmen zu wollen, das ist Punk. Ein Großteil der Hörer werden ... Just A Dream dementsprechend nach den ersten zwanzig Sekunden weglegen, aber der Rest wird die Scheibe lieben und immer und immer wieder hören. Eine absolute Ausnahmestimme legt uns ihr wildes Herz zu Füßen. Wer Dead Moon für Folk hält, sollte dieses Album kaufen. ce


Singer/Songwriter- und Folk-Elemente spielen im Sound von MUCH BETTER, THANK YOU eine gewichtige Rolle, doch das Projekt hat gleichsam den Hang, Sozialkritik zu üben und sich in regelrecht kunstvollen Arrangements zu ergehen (obwohl das eingesetzte Instrumentarium relativ minimal bleibt), die es für Art Rock-Freunde empfehlenswert macht. Die Songs verzeichnen Ecken und Kanten, fallen aber nie zu laut krachend aus..., weil sich die Protagonisten eher auf akustische Tonerzeuger verstehen als Verstärker und Effekte einsetzen zu müssen (`Adhdis´ bildet als Feedback-Mantra die Ausnahme). So entsteht ein intimes aber trotzdem offenherziges Kammerspiel, wobei das klagende `Son of War´ mit prominenter Geige, das gefistelte `Living in the Desert´ und das scheinbar frohsinninge `Supper with Fishes´ (sehr bissiger Text) die am positivsten affallenden Stücke sind. Der Reggae `Jungle´ gemahnt wiederum an Exzentrisches wie Feist oder CocoRosie, und `At Ease´ bestätigt am Ende den harmonischen Gesamteindruck. Mit einem Wort im wahrsten Sinn desselben: bezaubernd. (AS)
10 Punkte"

Legacy Magazine GR

Ungewöhnlicher IndiePop

Die Band Much Better Thank You kommt aus der Gegend von Osnabrück; ich hatte vor eineinhalb Jahren schon einmal eine Platte von denen gehört und hatte zuletzt ihre aktuelle CD »... Just a Dream« in meinem CD-Player. Um es klar zu sagen: Ich muss in der richtigen Stimmung sein, um sie anhören zu können – dann aber finde ich sie ausgesprochen gut. Die Band macht nämlich IndiePop im wahrsten Sinne des Wortes, sehr ruhig gestaltet und teilweise fast ätherisch klingend.

Häufig werden die Stücke sehr sparsam instrumentiert, plunkern ruhig vor sich hin, mit zurückhaltenden Melodien. Trotzdem werden viele Instrumente eingesetzt, so zirpt auch mal eine Geige, und ab und zu wummert die Gitarre fast schon überraschend zwischen der unterkühlten Stimmung hervor, es wird ein wenig krachig.

Da kann ein Stück wie »ADHDis« schon zu schrammelig-lautem Pop mit krachenden Gitarren werden, während viele andere Stücke extrem ruhig bleiben. Da wird es auch mal schmissig, während ein anderes Stück an einen Walzer oder an klassische Musik erinnert. Die musikalische Bandbreite der vielköpfigen Band ist auf jeden Fall sehr hoch.

Die englischsprachigen Texte verzichten auf platte Aussagen, vermitteln aber immer wieder klare Inhalte – auch das aber auf eine gelassene Art, bei der man genau hinhören muss. Es geht beispielsweise um Flüchtlingskinder, die deutsche Vergangenheit oder einfach seltsame Nachbarn.

Die Sängerin bringt all das ausdrucksstark rüber, mit einer wandlungsfähigen Stimme, die mal zart zittert, mal wuchtig und energiegeladen klingt. Langer Rede kurzer Sinn: Wer intelligente Popmusik mag, die originell klingt und sich den Schemata von Radio-Gesinge verweigert, möge sich die Band mal anhören. Auf der band-eigenen Webseite  stehen genügend Hörbeispiele zur Verfügung.

 

http://enpunkt.blogspot.de/2017/01/ungewohnlicher-indiepop.html


Besucht man das Facebook-Profil der Gruppe, findet man folgende Selbstbeschreibung: „Art-Folk aus Osnabrück. Mal tricky, mal straight, mal Trauertanz, mal Powerrock, zwischen Poems for Laila, PJ Harvey, Feist und Patti Smith.“ Anders formuliert, lässt sich demnach sagen, dass man es mit facettenreichen, sich verändernden Sounds zu tun bekommt und MUCH BETTER, THANK YOU von Haus aus eher mit einem defensiven, bewusst entwickelten Ansatz antreten. „Just A Dream“ bietet die Bestätigung dieser Auslegung. Sicherlich sind auch treibende, offensive Anklänge festzustellen. Das ruhige, reflektierte Musizieren hat es dem vor fünf Jahren gegründeten Quintett aber mehr angetan. Obwohl das kreative Spannungsfeld zwischen Folk und Rock liegt, lässt gut und gerne auch von einem Stil übergreifenden Roots-Ansatz sprechen. Ob das „Art“ berechtigt geführt wird, liegt im Auge des Betrachters. Unvermutet trifft das Album eher nicht. Über Gebühr experimentell ist es nicht angelegt. MUCH BETTER, THANK YOU besitzen musikalisch vielmehr eine übergeordnete Flughöhe und setzen zumeist auf generelle Klänge zwischen Fragilität und dosierter Unruhe. Textlich bietet „Just A Dream“ ebenfalls Gedanken, die einen großen Rahmen aufspannen. So setzen sich MUCH BETTER, THANK YOU mit Krieg/Frieden, Flüchtlingskrise, etc. auseinander. Gemessen an den friedfertigen Sounds ist das ein gewichtiger Kontrast. Gesang und Texte stehen zumeist im Vordergrund, so dass ihnen die volle Konzentration zu Teil werden kann. Den Musikern bleibt in den instrumentalen Passagen ausreichend Gelegenheit, sich auszutoben und die ernsten Themen in Soundscapes zu überführen.


Soso, Art-Folk-Rock machen MUCH BETTER THANK YOU – JUST A DREAM (FNR/Radar) also. Das Genre war mir so noch nicht untergekommen, und im Allgemeinen halte ich auch nichts davon, wenn sich Bands beim ersten Longplayer gleich ein eigenes Genre zulegen. Aber zum einen passt es ganz gut, das, was die Bramscher hier machen, mit den Begriffen „Folk“ und „Art“ – und „Rock“ passt ja eh immer – zu bezeichnen; zum anderen ist mir das, was hier musikalisch dargeboten wird, tatsächlich in dieser Form noch nicht recht untergekommen, und so bedarf es vielleicht doch eines eigenen Genres, die Musik von Much Better Thank You zu beschreiben. Klar wird das, was die Musikanten um Heidi und Jens Engel hier darbieten, nicht jedermann goutieren, gerade „Easy-Listening“-Fans werden die Nase rümpfen - den 3-Minuten-Hit für’s Radio sucht man auf „Just A Dream“ wohl eher vergebens. Aber die mitunter spärliche Instrumentierung, der leise Gestus, der tragende Gesang, die kantig-schönen Kompositionen und die Texte, die zum Hinhören einladen, haben eine Tiefe, die – wenn man sie einmal entdeckt hat – dem offenen Zeitgenossen viel Freude bereiten werden. Wer sich hier ein wenig Zeit nimmt, der wird auf seine Kosten kommen (10).


Auch wenn Folk als Begriff aus dem Englischen stammt und Volk bedeutet, sollte Folkmusik nicht mit Volksmusik übersetzt werden. Folk hat einen ganz anderen Stellenwert und meint etwas komplett anderes als Volksmusik. Soviel dazu. Nun geht es an die Scheibe. Puuuuh – diese Art von Genre, ist nicht einfach zu beurteilen, vor allem dann nicht, wenn man über diese Stilrichtung noch nie was verfasst hat.
„…Just A Dream“ beginnt zunächst leicht folkig. Wechselt aber schnell in knackige Rock – Nummern. Ein Album voller Leidenschaft. Gefühlvoller Gesang von Heidi Engel, der nicht gequält oder über ambitioniert, sondern in bester Folk-Tradition daherkommt, beeindruckt von Anfang an. Auch die Herren an den Instrumenten beweisen in jedem Lied, dass sie ihre Instrumente beherrschen und holen das Maximum an schmucken Melodien hervor.
 
Fazit: Ein gelungenes Album. Man sollte ein Ohr riskieren.


Erster Eindruck? Überambitionierte Sängerin trifft auf zu viele Brillenträger. Zweiter Eindruck? „Jungle“ hat einen coolen Groove und die Stimme von Heidi Engel wirkt besser, wenn die Frontfrau etwas minimalistischer agiert. „Living in the desert“ zeigt dann, dass sie eine tolle Stimme für Folk hat. Trotzdem, bleiben die zunächst sehr lebhaften Vocals erst einmal Geschmackssache. Mit „Fire in the backyard“ folgt dann ein smarter Track, den man gegen Ende herrlich dekonstruiert, indem man das Ganze einfach zusammenfallen lässt. Bei „How do I“ verstehe ich dann so in etwa wo die Band hinwill und fühle mich an CURVED AIR bzw. MELLOW CANDLE erinnert. Das Fazit lautet dann eindeutig, dass die ruhigen Songs der Band definitiv besser zu Gesichte stehen als die aufgeregten Nummern. Die Violine ergänzt die leisen Töne dann perfekt. Insgesamt orientiert man sich dann zum Glück auch eher an den smoothen Stücken und lässt das Zappeln sein. Was den Umfang des Albums angeht, so hat man es mit 13 Songs durchaus gut gemeint, aber meine Meinung bleibt weiterhin, dass jede Combo, die über zehn Stücke auf ein Album packt, selbiges nur verwässert. „ ...Just a dream“ beginnt ziemlich zerfahren, aber mit etwas Geduld erschließt sich das Potential der Band. ThEb (7)


File Under: Art-Folk Rock, so die Richtung, in die man Much Better, Thank You einordnen soll. Etwas, worunter man sich quasi alles und nichts vorstellen kann – und was einen dazu führt, die Scheibe mal einzulegen. Eröffnet wird das Album mit King T, das zunächst leicht folkig beginnt, aber bald schon eine wuchtige Rock-Nummer im mittleren Tempo wird und direkt die Stimmgewalt von Sängerin Heidi aufzeigt. Überhaupt ist die Stimme sehr flexibel und kann weich, filigran, aber eben auch sehr hoch klingen. Auch in den Stücken der Band ist eine ziemliche Dynamik vorzufinden. Schneller, dafür weniger wuchtig ist beispielsweise Fire In The Backyard, steigert sich aber am Ende zu einem furiosen Finale. Ruhiger, aber nicht weniger eingängig hingegen begegnet Lullaby, das als Wiegenlied für Flüchtlingskinder und Appell an die Menschlichkeit verstanden werden will und für traurige Schönheit durch Streicher sorgt. Ein vielseitiges Album, wo man gerne mal ein Ohr riskieren sollte.


Much Better, Thank You

...just a dream CD
FinestNoise/Radar
Das musikalische Zusammenspiel ist ein experimentelles Wirken auf die Gedanken- und Gefühlswelt, die die acht MusikerInnen lautmalen. Insbesondere Sängerin Heidis stimmliche Spannweite produziert ungewöhnliche viele Oktaven und setzt detaillierte Akzente, die Elemente aus Klassik, Folk, Ethno-Pop wie auch Klezmer in ein einzigartiges reizvolles Klangbild ausschmücken.

 

Die theatralische Ausprägung steht im Kontrast zur dezenten instrumentalen Begleitung. Diese ist aber sehr vielfältig arrangiert und verfehlt trotz der minimalistischen Prägung nicht ihre Wirkung, die Stimmung von besinnlich-nachdenklich-träumerisch in einen Rahmen zu packen, der klangoffen ist und eindringlich Zustände skizziert. "...just a dream" ruft Zustimmung und nachdenklich-zweifelnde Reaktionen hervor, schafft Vertrauen zwischen völliger Hingabe und verklärendem Blick, der ganz bewusst einen verstörenden Eindruck vermittelt. We are who we are. Klingt erst mal pathetisch, ist aber in diesem Falle ein Statement für Identifikation zur Tragik, Melodramatik und begleitet die Einsamen in der Welt mit leiser stimmungsvoller Musik.